So sehen zwei Zollhäuschen vor der Fähre in Dunkerque aus. Das eine ist besetzt, das andere wurde just bei unserer Ankunft geschlossen. Da die Franzosen nicht die schnellsten bei der Zollkontrolle sind - siehe "Nichts zu verzollen" - verpassen wir unsere Fähre um zehn Minuten bzw. 11 Autos. Das fängt ja gut an! Positiv ist, dass es nichts extra kostet, wir müssen nur 2 Stunden im Nichts warten. Die Zeit vertreiben wir uns mit Crossboccia.
Das ist die Innenhafenpromenade von Dover. Wir kamen um ca. 2:00 Uhr nachts an und hatten ein Hotel direkt zwischen Fähre und Cruise. Der Engländer an der Rezeption war sehr englisch. In 5 Minuten Gespräch hat er mindestens 10x "Wir Engländer" oder "hier in England" verwendet. Er wolte uns erzählen das die Uhren hier naders ticken!
So haben wir unsere Koffer bis zum Schiff geschleppt. Am Meer entlang bis zum Terminal. Allerdings haben die Engländer so viel Spass am Kreiselbauen, dass wir einmal im Kreis laufen mussten, bis wir am Cruise Ship ankamen. Vom Hotel aus, sah das Schiff so nah aus. Wir waren natürlich die einzigen, die zu Fuss unser Glück versuchten. Alle anderen kamen mit Bus oder Taxi an - so waren wir auch direkt bekannt an Bord. "You were the guys who walked the way, aren´t you" war ein Satz einer Amerikanerin. Sie gab uns 10 Punkte für die Aktion.
2. Stopp ist in Brügge. Eine kleine mittelalterliche Stadt. Der komplette Kern ist erhalten. Doch die Belgier wollen irgendwie nicht, dass wir dort ankommen. Am Bahnhof von Blankenberge ist die hölle los, weil natürlch alle vom Cruise Ship nach Brügge wollen. Von 4 Schaltern ist einer offen - und der Beamte hinter dem Glasfenster gibt sich nicht wirklich Mühe einen Schritt schneller zu arbeiten. So kommt es, dass wir über eine viertelstunde warten und just vor unserer Nase der Drucker streikt. Anstatt uns zu sagen, dass wir auch im zug Fahrkarten lösen können, meint er nur "I have Technical Problems" Nachdem Volker nachfragt wegen Fahrkarten im Zug, sagt er nur gelangweilt: "Yes, it is possible but it is more expensive". Ich renne sofort zum Bahnsteig und will in den Zug springen, doch Hajo und Volker konnten sich nicht direkt entscheiden, haben 20 SEkunden zu lange gezögert. Ich stelle den Fuss in die Tür des Zuges, woraufhin der Schaffner mich rausschubbst und meint: "It is closed". Mein Betteln nach 30 Sekunden half nix, der Zug fährt ab, ohne uns. Wer sich ein Bild über Brügge und seine Belgier machen möchte, dem lege ich "Brügge sehen und sterben" ans Herz - ein Film zum schreien und lachen. In dem Turm auf dem Bild findet das Finale des Films statt.
Den Tag in Dublin haben wir ganz spontan im Stadion verbracht. Bei Mc Donalds sehen wir ganz viele Iren mit Donegal Trickots rumlaufen und fragen, ob heute ein Spiel ist. Die meinen nur: "Na klar, das Halbfinale im Gaelic Football gegen Dublin." Also nichts wie hin und versuchen vor dem Stadion noch ein paar Tickets zu ergattern. Offiziell ist das Spiel natürlich ausverkauft! Wir haben Glück und bekommen noch 4 Tickets in 4 verschiedenen Rängen. Wer sportinteressiert ist, sollte sich auf jeden Fall einmal ein Gaelic Football Spiel ansehen! Die Stimmung ist das ganze Spiel über grandios - Fanausbrüche scheint es nicht zu geben. Die Fans beider Mannschaften sitzen bunt gemischt nebeneinander - und das bei einem Halbfinale, bei dem es um alles geht. Genialer Tag!!! Endstand: 8:6 für Dublin.
Eine ganz große Sache während unserer Cruise: An jedem Seetag gibt es die Eurodam (so heisst das Schiff) Olympiade. Am Ende wird der große Sieger gekürt. Hier ist eine der vielen Disziplinen: Golf Chipping in den Pool. Man muss die Rettungsringe treffen, wofür es verschiedene Punktzahlen gibt. Ansonsten gibt es noch Basketball, Fußball, Tennis, Bean Bags und...und...und
Unser Schiff im Hafen von Torshavn, der Hauptstadt von Faröer. Hier leben ein viertel aller Inselbewohner: 12.000 Leute. Faröer besteht aus 18 Einzelinseln, die fast alle mit Brücken und Tunneln verbunden sind. Die Landschaft ist der von Irland sehr ähnlich, allerdings mit mehr Fjorden und noch mehr Schafen - vor allen Dingen selbsmordgefährdeten Schafen, die dauernd vors Auto laufen - und auch extra nochmal zurückkommen, damit sie das Auto auch ja erwischen!!!
Der 2. Stop auf Faröer. Angeblich das schönste Dorf der Insel, wir fanden die Wellen aber schöner anzusehen. Immerhin gab es hier in dem 42 Häuser Dorf einen "Moneymaker". Ich gab ihm meine Kreditkarte und er wechselte mir Geld, ohne Gebühren einzufordern. Habe natürlich netterweise ein paar Postkarten gekauft:-)
Auf den Farör Inseln haben die auch eine halsbrecherische Art Straßen durch den Berg zu bauen: Die Tunnel sind einspurig, aber glaubt nicht, dass es Einbahnstraßen sind - nein, man muss bei Gegenverkehr auf kleine Inseln ausweichen, die alle paarhundert Meter auf einer Seite erscheinen. Da wird einem erstmal ganz anders, wenn man in den Tunnel reinfährt.
Wir haben lück, der Geysir wird aktiv - allerdings lesen wir auf dem Informationsschild, dass es nichts mit Glück zu tun hat - im Schnitt spuckt der Geysir alle 8 Minuten seine Fontäne in die Luft. Wir stellen uns vor, dass tief in der Erde kleine Männchen sitzen, die mit Monitoren beobachten, wieviele Touristen gerade an der Oberfläche warten - und alle 8 Minuten Spass dabei haben, eine Wasserfontäne in die Luft zu befördern.
Unser nächster Stop auf Island ist der berühmte Wasserfall "GULFOSS". Alles was in Island mit "FOSS" endet ist ein Wasserfall. Dieser hier ist gewaltigt und erinnert vom Aufbau her an die Niagara Fälle, die natürlich viel größer sind, aber auch nicht direkt in einer engen Schlucht enden. Die Geräuschkulisse war gigantisch.
Hier hat noch sehr lange das isländische Parlament getagt, bis die Isländer dann doch auf die Idee kamen das alles in die Hauptstadt zu verlegen. Heute ist das Tal ein Nationalpark in dem man sehr viel über die Geschichte Islands erfährt. Das Parlament traf sich zweimal jährlich in diesem einsamen Tal und alle relevanten Beschlüsse wurden hier abgestimmt. Klingt sehr effektiv, wenn man bedenkt, dass die deutsche Regierung manchmal jahrelang für einen Beschluß braucht.
Der letzte Stop auf Island: Die Blaue Lagune. Die Bilder kennt wohl jeder, der sich schon irgendwann mal mit Island befasst hat. Das Wasser ist paradies-blau - eingebettet in schwarzer Lava. Wahnsinn. Hier muss ich auch einfach noch erwähnen, dass man von dem Kreuzfahrtschiff nur Touren buchen Konnte, die entweder zur blauen Lagune oder zum Wasserfall oder zum Nationalpark geführt haben - wir haben alle geschafft und hatten einen riesen Spass!!
Eine Kletterwand auf dem Kinderspielplatz von Narnortaliq - das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Der Ort hat nicht viel mehr wie 1000 Einwohner, einen Supermarkt, eine Schule und ein paar mehr Boote. Autos bringen hier sehr wenig Sinn, da es nicht sehr viele befahrbare Straßen gibt. WEnn man abends die Nachbarn von der Insel gegenüber besuchen möchte, nimmt man das Boot!

Die Frauenfußball Weltmeisterschaft fing bei uns in Berlin zum Eröffnungsspiel an. Stunden vorher waren wir schon in der Hauptstadt und tauchten in den Trubel ein. Am Kurfürstendamm standen überall die bunt bemalten Bären, die eine Weltreise hinter sich haben.

Zu jedem Land dieser Welt gibt es einen Bär, der der Kultur des jeweiligen Landes angepasst ist. 400 Künstler waren damit beschäftigt und die Bären reisen von einem Land ins andere.

Die Bären haben uns so gut gefallen, dass ich unendlich viele Bilder geschossen habe. Ich konnte mich nicht entscheiden, welcher der Schönste ist. Soweit ich weiss kann man die Bären dieses Jahr auch noch am Osnabrücker Zoo bewundern - also nichts wie hin:-)

Am Brandenburger Tor konnten wir es auch nicht lassen uns mit den amerikanischen Soldaten ablichten zu lassen. Danach ging es dann endlich Richtung Olympiastadion zum Eröffnungsspiel.

Deutschland gegen Kanada im Eröffnungsspiel. Das Olympiastadion war überflutet von Deutschlandfahnen und Deutschlandhüten. Die Atmosphäre war überweltigend. Es ist Wahnsinn die Deutschlandhymne mit 70.000 Leuten zu singen. Unvergesslich.

Als dann die riesige Weltkugel aufs Spielfeld getragen wurde dachten wir nur - das wäre das richtige für unseren Firmensitz! So ein Planet muss über jeder Filiale schweben!!! Genial.
Zum Abschluss der Eröffnungsfeier flogen tausende von Fußbällen aus der Weltkugel gen Himmel. Das hat keiner erwartet. Wer jemals die Möglichkeit hat ein Eröffnungsspiel einer Fussballweltmeisterschaft anzuschauen, sollte es tun. So ein Erlebnis hat man nicht alle Tage. Das Spiel war leider kein Feuerwerk der Fußballkunst - beide Mannschaften waren sehr nervös - aber es reichte zum Glück für einen Sieg für unsere Mannschaft!
Mit Fahnen und Bannern versuchen wir das Stadion zu schmücken - jedoch verbietet die FIFA fast alles. Wir können es ja verstehen, dass man keine Werbebanner aufhängen darf - aber Flaggen gehören zu jedem Fussballspiel. Nicht für die Fifa! Die orangenen Flächen im Stadion müssen orange bleiben. Nur hinter den Toren ist es erlaubt seine Flaggen zu hissen. Wiedermal was gelernt was keiner wissen möchte:-) - schnell noch ein Foto, dann mussten wir alles wieder abhängen.